Der Mittelfinger wächst mit seinen Aufgaben
in Film von Marc Omar
Eine leider fast wahre Geschichte aus der Unterwelt des modernen Kapitalismus für Neu-Berliner und jene die auf dem Weg hierher sind. Dies ist die Geschichte eines jungen Hamburgers der nach Abi, Studium und einer Schritt für Schritt vernünftigen Karriere mit Eigentumswohnung, blonder Freundin im hanseatischen Stil, der am liebsten eine Runde in seinem neuen 911er zum Samstags-Wochenenmarkt drehte. Diese Fahrten gaben ihm das Gefühl von Coolness und Freiheit.
KLEINE INSEL, IRGENDWO IM PAZIFIK, AM STRAND/TAG Blick aufs Meer vom Strand, ruhige Wellen, Sonne es ist fast still. Das gleichmäßige Rauschen der Wellen mischt sich mit einem tiefem langsamen ein und ausatmen eines Mannes. Die Szene bleibt 1:30 so stehen. Dann fällt etwas herunter, es macht „bong“ etwas fällt um, ein Körper (nicht sichtbar) in den Sand, eine Kokosnuss rollt nach vorne ins Bild auf den Sand.
Hamburg, Carl fährt in seinem 911er Cabrio durch die Stadt Samstag/Tag
CARL: (gähnt, am Handy) ...Carl, Carl, Carl...! Kannst du mir erklären wie ich dieses blonde dröhnen in meinem Kopf los werde, abschlagen? ... Nein, ich meinte ihren Kopf, wer ist denn hier blond. Ich oder Petra? Ja ist gut 12.30 am Bootsteg, ich muss jetzt zum Wochenmarkt, auf erfolgreichen Hamburger machen. Weißt du Tom was einen erfolgreichen Hamburger jede Woche auszeichnet? Er geht auf dem Isemarkt einkaufen, entweder weil er seine Frau noch nicht umgebracht hat oder besser weil er nicht erwischt wurde. Ja, ich weiß du bist glücklich, zwei Kinder, fein Tom. Ciao bis später. r
Porsche beschleunigt und fährt sichtlich zu schnell durch hübsche Villenstraße und Alster entlang, hier und da gefährlich nah an kleinen Kindern vorbei. (spricht zu sich selbst) ...leck mich doch Tom. Wer seine Kinder Lukas und Emely nennt hat ein Hormonproblem. Hallo, ich bin Carl, ein liebreizendes Exemplar männlichem Mensch aus einer post Woodstock Produktion. Leider um ehrlich zu sein waren meine Eltern nicht in Woodstock, sie haben nicht mal vor dem heimischen Fernseher oder Radioapparat zugehört. Sie haben, um es genauer zu sagen, es nicht mal miteinander geschafft sich nicht auf die Nerven zu gehen. Hätten meine Eltern also gekifft, auch während meiner eigenen Schwangerschaft, hätte es eine reelle Chance gegeben kein Unternehmensberater zu werden. Ich bin Carl, 44 und gescheitert. Aber erst in 6 Jahren.
Wochenmarkt, Carl parkt Samstag/Tag Übertrieben schnell aber unbeholfen rumpelt Carl auf einen Parkplatz, neben ihm eine hübsche Brünette die aus einem Mini aussteigt
Mini Fahrerin ups, so stürmisch heute, so schnell werden selbst die Bananen auf diesem Trödelmarkt nicht alt...
CARL: Trödel..? Ach so, ja das war ein Witz. Wissen sie meine Banane ist nicht alt, also ich meine ich habe noch welche, zuhause - nicht hier... Carl schaut auf ihr Nummernschild, B für Berlin, oh Schreck
Minifahrerin: Hübscher Wagen, der ist bestimmt sehr schnell. Kann verstehen das da Parken nicht zur Produktidee passt.
CARL: Ja, Produktidee genau, ich habe darüber noch nicht nachgedacht aber welche Idee steckt in ihrem Wagen? Mini, ist das ein Hinweis auf ihr Haushaltsbudget, dann empfehle ich nicht diesen Wochenmarkt wir sind ja nicht in Kreuzberg. (grinst)
Minifahrerin: wann waren sie denn das letzte mal in Berlin?
CARL: hmm, also so lange auch nicht her. (verlegen weil noch nie dagewesen), also so in Mitte eigentlich immer, da wo was los ist... mitten rein eben... ja, da wo ich eben hingehöre
Minifahrerin: Dann werde ich jetzt mal mir ein paar knackige Mini-Bananen kaufen gehen.. man sieht sich bestimmt. In Mitte! r
Beide gehen in unterschiedliche Richtungen auf den Wochenmarkt, er dreht sich noch mal kurz um und sieht sie mit den langen dunklen Haaren in einer Gruppe von Blonden Hamburgerinnen verschwinden
CARL: (aus dem off) so stellt sich also der Ausländer südlich der Elbe einen Flirt vor, rassig, frech, schlagfertig und mit viel PS. Oh Gott und es macht mich wirklich an, was ist bloß los.
KINDERGARTEN MONTAG/FRÜH: Petra, Carls Frau fährt ungeschickt mit ihrem riesigen Audi Q7 holpernd am Kindergarten in Hamburg Eppendorf (sehr chic Gegend) vor, auf dem Beifahrersitz ihre Freundin Annemarie nebst Tochter Emely auf dem Rücksitz. Von den beiden Frauen sieht man nur die hochgesteckten Frisuren über das Armaturenbrett wippen, vom Kind ist nichts zu sehen. Der Wagen ist riesig.
PETRA: upsala..(kicher, dümmlich) da habe ich ja heute wieder einen ganz forschen Gang eingelegt...
PETRA: Carls Ehefrau. Blond, dünn, Perlenkette und Steppjacke, KellyBag (Hermes)
PETRA: Alles ok meine Liebe?
EMELY: Ich mag nicht in den doofen Kindergarten..
ANNEMARIE: Schatz, wir müssen alle früh genug lernen das es im Leben einer Frau nicht darauf ankommt was wir mögen und nach vorne zu kommen, sondern was wir ertragen um nach oben kommen zu können.
EMELY: Warum?
ANNEMARIE: Wie warum, verstehe ich nicht. Tu was deine Mutter sagt.
PETRA: (schnippisch) aber dann hat dir deine Mutter wohl nicht soviel beigebracht. Liebste, ich muss euch nun jeden Tag zum Kindergarten fahren, mit der Ausrede du kannst nicht selber fahren weil du den Führerschein auf dem Frühlingsfest im Golfclub gegen ein paar Gläser Champagner eingetauscht hast...
ANNEMARIE: ...immer noch besser seinen Führerschein im Champagnerrausch verlieren als das du zugeben müsstest eine Freundin zu haben die sich kein Auto mehr leisten kann, Scheiß Scheidung. Ich konnte doch nicht ahnen das Frank dieser Hund, den Cayenne auf seine Pleitefirma angemeldet hatte, der Wagen war ein Ostergeschenk. Das war so süß...
PETRA: Frank ist nicht pleite, er ist abgehauen. Im Cayenne, dem Konto und deinem Nachbarn Dieter Hansen... hätte nicht gedacht das der homosexuell ist...
ANNEMARIE: ach aber meinem Frank hast du das zugetraut?
PETRA: Nein, Liebste. Carl hat mal so eine Anmerkung gemacht... aber da ging es um dich.
Die Türen öffnen sich, alle drei steigen aus, zupfen synchron ihre Chanel Kostüme zurecht, den Luxus Schulranzen, um sie herum die gleichen Szenen, ein großer Parkplatz nur 6 SUV´s parken auf extra breit eingezeichneten Parkflächen. Es wäre Platz für 15 Wagen, locker.
Tennisclub Umkleidekabine, Sehr feiner Club, einige Herren ziehen sich um. Privatspint, in dem von Carl hängt statt eines Playboy Center-Folds eine Tabelle mit Umsatzkurven der letzten Woche im Goldmarkt
STEPHAN: (Kollege von Carl): Hast du das von Frank gehört, der Junge hat einen Abflug nach Mykonos gemacht, mit seinem Nachbarn. Die Firma verkauft, Frau zuhause gelassen und ab
CARL: Eine konsequente Exitstrategie, tausche frigide Frau mit Beziehungs-Businessplan gegen Homo-Boyfriend auf pleite Mittelmeerinsel. Eklig aber Konsequent. Nicht schlecht immerhin eine kreative Möglichkeit
STEPHAN: Wo sich unsereins doch lieber bis zum Herzinfarkt Tod zuhause ausnehmen lässt oder aus Gehässigkeit sich aufhängt, aber schwul werden.... neu. Was macht die doppelt Sitzengelassene Dame des leeren Hauses nun?
CARL: Sie lässt sich jeden morgen von meiner Frau zum Kindergarten chauffieren, nicht das es ihr Problem ist das ihr Typ schwul wurde unter ihren langweiligen Fingerchen, nein ihr ist es peinlich zu fuss zu gehen. Dann schon lieber so tun als ob man seinen Führerschein verloren hat, als den SUV und Mann.
STEPHAN: Du konntest es auch nicht verhindern deiner Petra so ein Ding zu kaufen, hat sie nicht erst vor kurzem den Führerschein endlich bestanden?
CARL: Nicht nur das, sie hat es dann auch gleich geschafft der Kindergärtnerin über die Füße zu rollen. Wir haben daher beschlossen keine Kinder zu bekommen.
STEPHAN: Angst um die Kinder? /p>
CARL: Angst keinen Kindergartenplatz zu bekommen, zumindest dort nicht mehr. Das ist aber der einzige mit einem Mütter-fahren-SUV Parkplatz, in anderen Stadtteilen werden auf soviel Raum drei LKW mit geschmuggelten Flüchtlingen abgestellt.
Aber in Wahrheit geht es darum das man zum Kinderkriegen Vaginalverkehr benötigt, aber ich kann mir nicht jedes mal ein neues Auto oder Handtasche für sie leisten. So bleibt es beim kontrollierten Handjob
STEPHAN: Kontrolliert?
CARL: ...rechts den Schwanz, links das Taschentuch. Hamburgerisch eben.
STEPHAN: Bei mir wird es auch immer teuer, aber wenn ich ihr was kaufe oder Geld gebe dann schließe ich die Augen und denke an Pretty Women
CARL: Du als Richard Gere! ...Man man man, werden denn alle schwul hier?
STEPHAN: Warum spielst du eigentlich nie Tennis, hängst hier nur rum.
CARL: Ich hasse Tennis, ich kann alle diese Sportclubs in denen ich Mitglied bin nicht leiden, meine vorsorgende Ehefrau hatte aber in ihrem Unternehmensaufbau Plan „Familie und andere Gesellschafts-Notwendigkeiten“ bereits die Verlobung zwischen unserem ersten Kind und dem Junioren Bezirksmeister einer dieser drei Clubs aus Tennis, Segeln oder Hockey im Jahre 2024 geplant. Dabei bin ich sicher das bei meinem Glück das kleine nach der Mutter kommt, dann wäre es entweder der Sohn vom schwulen Friseur oder ein High-Score Fresser aus einem Computergame.
STEPHAN: Schwule Friseure haben Kinder? /p>
CARL: Wir haben auch hetero Väter die schwul werden, sogar in unserer Firma
Büro der GDCP Management consulting AG kurz vor dem Mittagessen Hafenblick, USM Möbel, die typischen Details einer Unternehmensberatung. Seriös, piekfein übertrieben. Hammer feine Sekretärin vor seinem Büro
DR. SCHNEIDER: (spricht schnell, auf den Punkt, norddeutsch ohne besondere Betonung) Hallo mein Lieber, wie war das Meeting heute morgen, sind hoffentlich mit der Krüger KG und deren Export Beschränkungs-Auflagen weitergekommen, sagen sie hat die Klingbauer sie angerufen, nein, habe ihnen für 1530h eine Telko in die Tagesagenda gesetzt, ihre Sekretärin weiß Bescheid und wird sie rechtzeitig vom Mittagsessen zurück holen. Guten Appetit.
CARL: (hebt nur die Hand, schweigt da die Tür schon wieder zu)
DR. SCHNEIDER: geht an der Sekretärin vorbei, eine außerordentlich hübsche Gestalt. Brünett, kommt, zum Glück nicht aus Hamburg. Ehr so Richtung Süden, Carl kann sich das nicht merken.
DOROTHEE: Gruber (Sekretärin von Carl) (Betritt das Büro) Haben sie von Herrn Dr. Schneider... (Wird von Carl schon unterbrochen) ...Telko
CARL: Ja habe ich, eine dieser berühmten Telefonkonferenzen in denen man versucht einigermaßen produktiv 10 Leute aus 5 verschiedenen Sprachregionen zu einem Zeitpunkt gleichzeitig an die Strippe zu bekommen, nachdem min zwei Deppen die falschen Zugangscodes eingeben und erst nach 5 Min in der Telko mit chinesischen Waffenhändlern merken das mit Exitstrategien etwas komplett anderes meinen als wir.
DOROTHEE: (gefasst lächelnd, immer hübsch) ja so ungefähr. In diesem Fall handelt es sich aber nur um ein Gespräch zwischen ihnen und einem Investor in Berlin den das Unternehmen als neuen Beratungskunden gewonnen hat. (dreht sich um) 15.30h stelle ich das Gespräch durch.
CARL: Berlin! Ausländer, natürlich
DOROTHEE: (in der Tür stehend) übrigens, gegen Burnout Symptome könnte ich eine Ortsveränderung empfehlen...
CARL: Dorothee, rufen sie doch bitte mal bei Amazon an und lassen sich die neuesten Angebote zum Stichwort „neues Leben“ faxen. Ich suche mir dann später eines aus und kreuze es an. Danke. (Blick, der beiden: sie mögen sich).
Einfahrt, Hof der BloohBlUU.com int. gbR Berlin, früher morgen 11h
CARL: (am telefon Dorothee) Guten Morgen, Neugeschäft hin und her ich hoffe nur sie haben das mit dem ADAC, der Versicherung und dem Car-Ortungsdienst genau abgesprochen das mein 911er gerade mal 2 Monate alt auch wirklich vollen Schutz in dieser Gegend hat. Es gibt doch auch bei Mietwagen Ausnahmen.
DOROTHEE: Die Ausnahmen heißen derzeit Iran, Irak und Somalia nicht Berlin
CARL: Sieht aber so aus hier, naja vielleicht tue ich dem Irak auch unrecht. (schaut aus dem Wagen, ein typischer Berliner kaputter Industriehof, also dort wo Start ups sich gerne aufhalten)
DOROTHEE: Der Irak hat so vielen unrecht getan da können sie als ein Mann Armee auch zurückschlagen, so wie sie sich jetzt bitte auch in Berlin am Riemen reißen müssen.
CARL: Warum ich?
DOROTHEE: Sie sind jung
CARL: 38
DOROTHEE: Jünger, also wirklich jung haben wir nun mal nicht in der Firma. Und ich möchte trotzdem noch meinen Job gerne behalten und nicht zwischen das M und A von Merger and Akquisition kommen...
CARL: Ich kann sie mir sehr hübsch vorstellen als & Zeichen M und A r
DOROTHEE: Ich bin nicht so dick.
CARL: Ich werde jetzt parken. (er fährt auf den Hof, legt auf)
Parkplatz auf dem Hof der Firma Berlin, immer noch sehr früh 11.05 Carl parkt seinen neuen 911er zwischen einer Ansammlung von vielen, vielen alten klassischen 911er, Targa, Cabrios, Turbos. Also die richtig coolen.
CARL: (steht neben seinem Wagen) Na, Junge wie fühlst du dich. Bei all den Schrotties hier, die haben ja nicht deinen neuen Lack, dieses ABS, ESP und Dings da.. . Also die ganze Sicherheit.. und der Verbrauch, genau Verbrauch, ach Junge das steht dir doch alles viel besser.
(schaut sich um, nachdenklich, Nahaufnahme der wirklich schönen Porsches) Ok Ok, ihr seit schön. Auch schön, anders... (schaut seinen Wagen an) fühlst du dich auch gerade mega Alt? Nein du bestimmt nicht, hast ja noch ersten TÜV, aber ich bin so alt wie die meisten Wagen hier... ein Sammlerstück nur mich will keiner. An die Arbeit...
DIE BloohBlUU.com int. gbR Carl betritt einen großen Raum, irritiert schaut er sich um. Spielautomaten, Flippertische, Tischtennisplatte und ein großes Trampolin in der Mitte
CARL: Hier bin ich wohl falsch.
LENA: (Mitarbeiterin der BloohBluu.com int. GbR) Hallo kann ich dir Helfen, zu wem willst du denn, kommst wegen dem Praktikum im Devellopment?
CARL: Hoffe nicht, Carl Fischer aus Hamburg. Guten Tag
LENA: Stimmt der Carl aus der Hamburger Unternehmensberatung unser Investor schickt dich. Du hast einen Termin mit Philipp, der kommt aber immer erst später rein, nicht so früh morgens.
CARL: Es ist nach 11 Uhr
LENA: Wann habt ihr denn euren Termin?
CARL: Jetzt natürlich, ich bin nicht früher gekommen um mich zum Trampolin springen warm zu machen.
LENA: Willst du ne Latte
CARL: (erschrocken) hoffe sie meinen...
LENA: Haben aber nur Sojamilch ist besser für deine Energy. Wir achten hier total drauf da ist der Philipp echt super lieb immer
CARL: Gut das er darauf aufpasst, und sein Wecker läuft vermutlich mit Solarstrom?
LENA: Weiß ich gar nicht, muss ihn mal auf Twitter nachfragen, wieso?
CARL: ...weil die im dunkeln nicht funktionieren. Vielleicht statt twittern rufen Sie ihn bitte an. Ich möchte nicht zu viel Zeit vergeuden. Time is Money! Wir werden pro Stunde bezahlt, von ihrem Investor.
LENA: Ich mach erstmal die Latte (sie verschwindet)
CARL: (zu sich selbst) Wenn ich eine Latte haben möchte fahre ich in den Puff und nicht auf einen Kinderspielplatz für Erwachsene, das klingt ja nach Post-Pederast.
eine Stunde später, immer noch im Eingang Mitarbeiter lassen sich von Carl beim flippern zusehen. Philipp, CEO betritt mit Sonnenbrille den Raum, er trägt kurze Hosen, draußen ist es regnerisch und kalt.
LENA: hey Philipp wie war die Blogger Session gestern ist wieder spät geworden oder. Die haben da aber auch wieder krass einen Shit-Storm losgetreten nur weil das neue Release..
CARL: (steht auf, unterbricht die beiden, streckt die Hand zu Philipp aus) Carl Fischer, ihr Termin um 11h aus Hamburg. Guten Tag, oder ist es noch guten Morgen, Herr Mack.
PHILIPP: (grinst bekifft über beide Ohren) Hallo, freue mich. Kannst Philipp zu mir sagen. Wir machen das hier ganz locker.
CARL: Fischer, nochmals guten Tag, können wir?
Hotelzimmer, Adlon am Brandenburger Tor früher Abend Carl versucht einen Report in sein Notebook zu tippen. Die meisten Wörter fangen mit A an... Er löscht immer gleich zurück. Wörter wie Anfänger, Aufhören, Arschloch, Angeber, Analphabeten... Analpupertierende Schmalspur Ganoven lässt er aber stehen. Klappt das Notebook zu und starrt aus dem Fenster auf die Leuchtreklame des alten Interflug Schriftzugs.
CARL: (sinniert leise vor sich hin) Mauer auf, Mauer zu. Zulassen, aufmachen, zumachen, auflassen... (er schläft ein)
Hotelzimmer, Adlon 22h Carl schreckt auf aus seinem Nickerchen. Immer noch fast sitzend auf dem Bett mit Blick auf die Leuchtreklame. Da ist aber keine von Interflug, sondern in gleicher Schrift leuchtet dort BloohBluu.com. Zimmertelefon klingelt
CARL: Fischer, hallo?
BEA: Hier ist die Bea, erinnerst du dich noch an mich? Wir waren doch zusammen auf der Wirtschaftsfachtagung in Basel am 23.9. 2005 in der Nachmittagssitzung.
CARL: Nein
BEA: Doch bestimmt, wir haben uns ganz toll unterhalten. Und jetzt bist du in Berlin, finde ich ja super
CARL: Wirklich?
BEA: Berlin ist doch die Stadt in Europa, was sage ich in der Welt.
CARL: Warum? (er starrt dabei wie gebannt auf die BlooBluu.com Leuchtreklame)
BEA: Was machst du denn heute Abend noch, komm ich hol dich mal aus dem Spießerkasten ab und zeig dir Berlin
CARL: Habe Berlin schon gesehen
BEA: Echt, heute schon in so kurzer Zeit? Geht doch gar nicht.
CARL: Geht, meine Sekretärin hat mir Bilder ausgedruckt und in einen Koffer gelegt. Habe alles gesehen. Hübsch, ja kann man irgendwie sagen. Hübsch.
BEA: Und das Nachtleben erst sag ich dir, bin ja vor 1,5 Jahren aus Frankfurt weg habe meinen Mann und die Kinder da gelassen. Ich wohne jetzt in Prenzlauer Berg. Total hipp.
CARL: Schön, bestimmt schön da... Aber ich mag heute nicht mehr raus. Zuviel Berlin und Berliner ist nicht gut am ersten Tag, der Körper muss sich ja erst mal dran...
BEA: Schwachsinn, wo ist denn jetzt der Unterschied zwischen Hamburg und Berlin
CARL: Och.. Also...
BEA: Du musst das jetzt mal voll genießen, die ganzen kreativen Leute in Berlin
CARL: Habe schon alle kennengelernt. Heute.
BEA: Ich komm mal in 15min zu dir runter zum Brandenburger Tor und hole dich da raus.
CARL: Runter?
BEA: Bis gleich, freue mich ja riesig
CARL: Wer (es klickt in der Leitung aufgelegt) sind sie?
CARL: (greift erneut zum Hörer, Anruf Rezeption) Fischer guten Abend.. nein nicht Joschka von 209. Carl Fischer von 309... wer war das eben am Telefon? Wer ist Bea und warum will sie mich abholen? Ach, sie haben falsch durchgestellt. Ok, fein. Dann tun sie sich und dem Hotel einen gefallen, rufen sie auf 209 an und geben dem Herrn einen wichtigen Ratschlag, irgendwas kommt gleich auf ihn runter und das ist nicht gut. Er soll rennen, weit rennen am besten nach Hessen. Da ist keine Gefahr.
Revier Mitte abtl. Staatsschutz nächster Tag, zeit unbestimmt Einige Beamte und Herr Carl Fischer sitzen in einem Büro
Beamter 1: So Herr Fischer, Carl wir haben jetzt ihre Personalien überprüft, die Aussage schriftlich aufgenommen. Soweit alles gut. Sie müssten noch unterschreiben, hauptsächlich um dann die Fragen mit den Versicherungen des Hotels zu klären. Ihr kleiner Telefonstreich hat ja eine Menge Kosten verursacht. Eine Attentatsdrohung auf einen Ex-Minister und Vizekanzler ist normalerweise keine Kleinigkeit, aber da sie neu sind in Berlin konnten sie vielleicht auch nicht wissen das es zum normalen Flirtverhalten von zugereisten Damen gehört einfach mal irgendeine Nummer in Luxushotels zu wählen.
Beamter 2: Aber das kennen sie bestimmt doch aus ihrer Branche auch, da spricht mal einer laut von super Investments und schon sind sie da die Millionen. Einfach so.
Beamter 1: Und so machen das die Beas, Steffis und Lailas hier doch auch. Einfach mal anrufen oder eine SMS senden, wie toll das vorgestern Nacht war und schon klappt das nächste Date. Schon aus Höflichkeit macht man das hier schon so in der Stadt, will ja keiner zugeben das er als Suffkopp sich nicht merken konnte wie das Mädel hies.
Beamter 2: Wir nennen das Berlin-Bett-Roulette...
In diesem Moment der Szene wacht Carl schweißgebadet auf. Im Hotel, sein Bett.
Hotelzimmer 8:30 Morgens Carl verschlafen, verstört... der Hörer seines Zimmertelefons liegt neben ihm... Handy klingelt.. Display, es ist Dorothee
CARL: (erleichtert) Sie sind es, guten morgen Dorothee
DOROTHEE: Wunderschönen guten Morgen. Ich komme gerade ins Büro und vermisse sie. Ich dachte ich kann ihnen wenigstens auf diesem Wege einen guten morgen wünschen. Geht es ihnen gut in Berlin, ist bestimmt spannend dort...
CARL: Ja, spannend das kann man sagen. So eine andere Stadt, das sind auch gleich ganz andere Träume.
DOROTHEE: Mal nicht von Schiffen und Fischbrötchen (lacht ein wenig)
CARL: Nein, das sind ehr Alpträume. Um es genauer zu sagen nach dem gestrigen Termin war es ein Apptraum den ich hatte.
DOROTHEE: Wie läuft es denn mit unserem neuen Kunden?
CARL: Ich habe es zwar noch nicht verstanden das ich für ein Telefon jetzt auf einmal Software, bzw. diese Apps brauche aber es soll unglaublich viel Geld drin sein in dem Geschäft. Und so wie die Arbeiten, mit unglaublich wenig Aufwand.
DOROTHEE: Sie machen das schon, immer schön aufpassen. Berlin ist ein ganz anderes Pflaster als Hamburg.
CARL: Wem sagen sie das. (legt auf) wem sagen sie das. (schaut aus dem Fenster, da ist wieder die Interflugreklame)
Lobby vom Adlon Hotel 10:00 Treffen mit Ranji Metha, dem Investor und einem amerikanischen Schauspieler der in den 90er Jahren in einer Teenie Serie eine dritte Hauptrolle gespielt hat.
Ranji Metha Herzlich willkommen Herr Fischer, ich bin froh sie hier zu haben. Darf ich vorstellen Mr. Jason Jack aus Hollywood, der berühmte Star der auch an unseren Investitionen beteiligt ist. Ich hatte ja schon erklärt, Berlin hier passiert es jetzt Apps statt Filme und wenn (augenzwinkernd) nur noch in Tube Channels oder als Paid Content, Content is King, mein Lieber!
Jason Jack (steht nicht auf) Hi.
CARL: Sehr geehrter Mr Metha, Mr. Jack. Zuerst einmal möchte ich mich persönlich Bedanken für das Vertrauen das sie der GDCP AG schenken. Wir sind seit 1867 in Hamburg und der Welt.. (wird unterbrochen)
JACK: wow, very old
METHA: Ja, ja ich kenne ihre ganze Firmengeschichte. Sie haben unsere Vorfahren alle nach Amerika gebracht, als sie sich auf dem Weg in mein Heimatland verfahren haben (lacht laut, zu laut für das Adlon) Aber sie haben ja daraus gelernt und jetzt sollen sie uns auf den richtigen Weg begleiten, den wir ihnen zeigen. Den zum großen Geld! Sie sind jetzt unser 3. Offizier, für alles was mit der Mannschaft zu tun hat. Setzen sie sich doch.
JACK: (grummelt nur was vor sich hin, klingt irgendwie auswendig gelernt, ist ja auch Schauspieler) you know, we are in Hollywood kind of a syndicate want a best-of-breed experiences, our Apps for the revolutionary fucking iPhone as to redefine cutting-edge systems...
CARL: Ja das finde ich auch.
METHA: Oh, ich spüre hier die richtige embrace partnerships Stimmung, wir werden es schaffen das ganz große. Alle haben darauf gewartet. Wie ist ihr erster Eindruck von BlooBluu.com? amazing oder?
CARL: Ja, äh Yes, expedite scalable e-services
METHA: (begeistert) wirklich?
ack grow dynamic models, i say alway grow dynamic models
CARL: So ungefähr, wir in Hamburg sagen dazu auch etwas besonderes. (beide super gespannt
JACK: Jeah?
METHA: Tell us!
CARL: Wer weiß, wozu das noch mal gut ist - muss ja
Beide Cool, cool.
In Büro der Bloobluu.com früher Abend Aus dem großen Raum hört man Gejohle, Bierflaschen und Flipperautomaten Geräusche, Carl sitzt in seinem Mini Büro an Ikea Kindermöbeln und telefoniert
Petra zuhause in der Luxus Altbauwohnung in Hamburg Petra (Schnippisch selbstverliebt im Ton wie immer) also Carl der Q7 muss dringend in den Service da leuchtet schon seit einer ganzen Zeit ein Lämpchen, weißt du so ein rotes.
CARL: ...was für ein Zeichen ist denn da zu sehen?
PETRA: Na ein rotes, halte mich doch nicht immer für vollkommen dusselig nur weil du studiert hast
CARL: Tue ich ja gar nicht, ich frag ja nur. Egal, fahr weiter bis sie wieder ausgeht.
PETRA: Meinst du, die irritiert aber
CARL: Dann klebe etwas drüber, die Lampe wird wieder ausgehen. Entweder wird der Grund warum sie leuchtet dafür sorgen oder die Lampe geht kaputt. Aber ganz bestimmt geht sie aus.
PETRA: Ich glaube du bist zu lange in Berlin, etwas darüber kleben in einem Q7 wie sieht das denn aus.
CARL: Dann fahr zum Service. Vielleicht haben die noch eine andere Lösung
PETRA: Was ist das eigentlich für ein Geschrei im Hintergrund du hast doch behauptet du bist in der Firma? Du lügst mich an.
CARL: Nein, bin im Büro
PETRA: Oh mein Gott muss ich mir Sorgen machen, ihr hattet doch noch nie Kunden im Kindergarten Business
CARL: Nein, keine Sorgen und das sind keine Kinder - sehen zumindest nicht so aus
PETRA: Und was ist es denn?
CARL: Mein neuer Kunde in Berlin, für den ich redefining real-time infrastructures aufsetze.
PETRA: Auf einem Kinderspielplatz
CARL: Nein, in der New Economy
PETRA: Ok, ich bin beruhigt. Das klingt nach Geld. Unser Ski Urlaub ist schon gebucht mit den Hansens, Petersens und Lürsens. Ich muss noch einen neuen Skianzug kaufen gehen, du brauchst auch was schickes.
CARL: Ja, ich freue mich auch.
PETRA: Hast du die Gelegenheit in Berlin etwas zu trainieren, Skifahren meine ich. Die anderen können alle so gut fahren.
CARL: Wie kommst du darauf das ich hier Skifahren kann?
PETRA: Habe von Prenzlauerberg, Krauzberg, Schöneberg und so gelesen..
CARL: Kreuzberg, es heißt Kreuzberg
PETRA: Wie auch immer, pass auf bis ja nicht mehr so jung aber ich möchte mich nicht blamieren. Ciao Schatz, ich muss los Mädelsabend in der Milchstraße
CARL: Vergiss deinen Helm nicht.
PETRA: Wieso Helm?
CARL: In der Milchstraße ist die Luft dünn da oben. Nicht gut fürs Gehirn. (legt auf)
Hotelzimmer Nacht Carl schläft, unruhig. Träumt: Telefonzellen, überall Telefonzellen. In jeder ist eine Frau oder Mann. Wählen Nummern...
BEA: Hallo, Hallo? Bin ich da nicht bei....
Angerufener Nein. Legt auf
Bea 2: Hallo Guten Abend, ich habe mich wohl verwählt aber ihre Stimme klingt so freundlich..
Angerufener 2 Özgüm, sülema güjüm ce sala ma jiljizz
Bea 2: Hihi, sie Schlingel sie. Wollen wir uns treffen?
Bea 3: Guten Abend, wir haben gestern Nacht nur kurz gesehen aber wir haben die Nummern getauscht.. Jetzt war ich doch etwas neugierig hatte gehofft einen SMS zu bekommen.
Angerufener 3 Shalom, sie sprechen mit Rabbi Goldstein. Ich gehe ganz bestimmt nicht in Nachts in Kneipen.
Bea 3: Sowas, Rabbi - was halten sie dann von einer Currywurst zusammen am Kudamm?
CARL: wacht wieder erschrocken auf.
CARL: (schreit) Berlin-Bett-Roulette!
Sein Handy klingelt, 3h morgens Jack, in einem sehr sehr engen und sehr vollen Club ruft an.
JACK: Hey men, my men - how are you. I am i an crazy club with german girls looking like what was the name? Trummerfrauen - like in the movie. Men, young and sexy, the beer is billig. I want to do something for your work-life-balance, come over men. I send you my driver to the Hotel, he pick you up right now!!! An forgett about your fucking old Economy tie - Schlips i mean. understand... cu jeah.
CARL: legt auf, kneift sich. Er ist leider schon wach.
CARL: Berlin-Bett-Roulette, Berlin-Bett-Roulette...
CARL: greift zum Telefon erneut, wählt die Nr. von Dorothee seiner Sekretärin. Dabei versucht er sich hektisch anzuziehen, irgendwas für einen Club mit Trümmerfrauen...
DOROTHEE: (sehr verschlafen, pflichtbewusst und zum Glück alleine lebend nimmt ab) Carl, habe ich etwa eine Telko mit USA verpasst? Das tut mir leid, ist mir noch nie passi...
CARL: (unterbricht) Nein, nichts verpasst. Es ist schlimmer. Hollywood, ich soll jetzt mit diesem Hollywood-Kid in einen Berliner Club gehen.
DOROTHEE: Soll ich ihnen ein Taxi rufen?
CARL: Er schickt seinen Fahrer. Danke. Ich brauche ihre Hilfe, mir fallen langsam keine Phrasen mehr ein mit denen ich die hier hinhalten kann.
DOROTHEE: Warum hinhalten?
CARL: Weil das einzige was man denen raten kann ist: Schließen, sofort dicht machen den Laden. Die sind alle irre. Sie müssen her kommen.
DOROTHEE: Sofort oder darf ich mir etwas anziehen?
CARL: Das halte ich selbst für Berlin für angemessen. Packen sie Casual ein, dann ist es Overdressed genug. Wir treffen uns am Vormittag in meinem Hotel. Danke
DOROTHEE: Gerne Chef, immer gerne. Gute Nacht und viel Spass mit Hollywood. (legt auf)
Hamburg Hauptbahnhof 7.30h morgens Dorothee im besten klassischen Business-Dress steht am Bahnsteig, Zug nach Berlin. Viele, eine ganze Reihe uniformierter Business Damen und Herren stehen dort, dies hat etwas bedrohliches. Dorothee fühlt das, schaut sich um.
DOROTHEE: (Denkt laut) so ist das mit Soldaten wenn sie in die Schlacht ziehen, wie schäbig sie aber aussehen wenn sie zurück kommen.
In die Gedanken, blenden sich Ausblicke vom Zug in das Brandenburger Land... Alte Baracken, verlassene Dörfer
Friedrichstraße höhe Friedrichstadt Palast unweit der Szene Bar „King Size“
Fremde Frau (ende 40 Party Maus der ersten Berlin Stunde) (Etwas gackernd, müde auf Droge) Sach ma wie heißt du eigentlich, ich kenne nun schon deinen Schwanz... Hallo Her Schwanz... Deine Füße: Hallo Herr und Frau Stampfer... Deine Lippen: Hallo Knutschies...
CARL: (in einem noch deutlicheren Zustand der äußeren und inneren Verwüstung) Garl, ich heiße heiße Grl. Schau mal die Sonne, dort hinten. Die war gestern noch nicht da. Ganz sicher nicht. Nicht da, da drüben (fuchtelt rum)... da war sie
Fremde Frau: Gestern war es heller.
CARL: Ja, letzte Woche dachte ich auch noch alles ist heller in meinem Leben
Fremde Frau Ne nä, da warste aber nit in Balin wa? Jet doch gar nich, diese Scheiße hier
CARL: Wieso eigentlich Scheiße, alle sagen Berlin Scheiße. Ist doch lustig hier, Berlin-Bett-Roulette. Berlin-Bett-Roulette...
Fremde Frau: Und Vorglühen im Späti mit Anblasen im Grill, der Kater von Berlin ist auf Zimmer 169, bis zum ersten Drink. Eltern schickt mehr Geld, ich bin ein Held. (legt ihren Kopf auf die Schulter von Carl, beide nicken ein. Ein BSR Mitarbeiter kommt an ihnen vorbei: Schriftzug auf dem Hemd „we kehr for you“
CARL: Wie heißt du eigentlich?
Fremde Frau: Bea.
Abendessen, Carl mit Dorothee im Adlon 20h
DOROTHEE: (schaut geschäftig, lässig Carl an, die beiden sind bereits beim Essen) Sie sehen gut aus, ich bin gespannt was diese neue Firma, unser Kunde so macht. Es ist so aufregend neu...
CARL: Ich sehe nicht gut aus, ich brauche Hilfe ich bin seit nun 10 Tagen in dieser sog. Stadt. Ich kann nicht schlafen, Verrückte halten mich wach, ich arbeite auf einen Spielplatz, meine Leberwerte sind auf Harald Juhnke in seinen Mittleren Jahren Pegel...
DOROTHEE: Dann gibt es ja noch Hoffnung, Juhnke ist alt geworden.
CARL: Aber dement und einsam gestorben.
DOROTHEE: Wo liegt ihr Problem Carl? Warum musste ich überstürzt kommen?
CARL: Das weiß ich ehrlich gesagt nicht. Haben Sie etwas von meiner Frau gehört, hat sie jetzt eine Blumenverkäuferin auf dem Wochen-Markt überfahren?
DOROTHEE: (Lacht fröhlich) Carl, ich kann ihre Frau zwar nicht leiden aber man kann Sie ertragen. Warum Sie sie geheiratet haben ist mir unerklärlich gehört aber zum Glück nicht zu den Aufgaben einer Chef Sekretärin eines Hamburger Beratungsunternehmens.
CARL: In der Eigenschaft sind sie aber auch nicht da. Ich weiß eigentlich nicht so genau warum ich Sie hergebeten... Also es gibt eigentlich keinen beruflichen Anlass.
DOROTHEE: Sie wollten mir eine kleine Auszeit in Berlin gönnen, ich werde morgen gerne eine Ausfahrt auf dem Wannsee machen und am Nachmittag durch Mitte spazieren, da sollen viele spannende Läden sein die man in Hamburg leider nicht hat.
CARL: Morgen, also ich weiß nicht ob ich..
DOROTHEE: (Unterbricht) ich habe in Berlin einen guten Bekannten, eigentlich eine Art Ex-Liebe. Prof. Dr. Max Kant, er leitet und ist Großaktionär von FGHMB, denen gehört...
CARL: (Verlegen) Ja, ich kenne die Firma. 2,5 Mrd Umsatz mit 150 Mio Erlös, ein lukratives Geschäft für ihren Freund. (leicht eifersüchtig).
KELLNER: Darf ich ihnen...
CARL: Einen Doppelten, Bitte
KELLNER: (Schaut nur fragend)
DOROTHEE: Mein Vorgesetzter hätte gerne einen doppelten Hamburger mit extra München, serviert auf einem weißen Segelbötchen.
KELLNER: Verstehe, Old Fashioned. Für die Dame?
DOROTHEE: Was trinken denn Berliner so am liebsten?
KELLNER: Neben Freibier und frei Wein auf Vernissagen greift der Berliner am liebsten zum Wodka. Wirkungsvoll, geschmacklos und billig.
DOROTHEE: Champagner, ein Glas Champagner bitte - man soll die Hoffnung nie aufgeben, hat das nicht schon der Gründer dieses Hauses gesagt?
KELLNER: Das ist in der tat richtig, nur ist dies eine Replik des original Hotels und das trifft auf ganz Berlin zu. Einen Old Fashioned zum Vergessen für den Herrn, Champagner gegen das Vergessen für die Dame.
CARL: Kann das sein das der Kellner gerade, also sind die Taxifahrer hier 50% Schafhirt und 50% auf Lehramtsstudierende, wobei die Kellner 50% Italiener und 50% Philosophen sind... Das würde bedeuten das 50% der Start-ups echte Unternehmer und 50% Loser sind...
DOROTHEE: (Unterbricht ihn)... Carl aufwachen, beim Essen Einnicken ist das eine, das andere dies vor einer attraktiven Frau zu tun und dann noch dabei Start-ups mit Schafhirten die Taxis zu italienischen Restaurant mit philosophischen Kellnern...
CARL: Verzeihung, wann fahren wir morgen zum See los. Gleich nach dem Frühstück? Am besten gleich um 8h, es soll schön werden morgen.
DOROTHEE: (Verdutzt) ich fahre doch gar nicht mit ihnen. Sie sind mein Chef, verheiratete und ich kenne ihre Einkommen. Für eine, sich auf die faule Haut legen wollende Sekretärin, zu wenig. (Grinst süß).
CARL: (Zum Kellner etwas weiter weg) Noch einen doppelten Frauenkirchturm an einen Hamburger bitte.
Wannsee und Hamburger Alster im Wechsel, auf dem Wannsee Carl und Dorothee, auf der Alster Petra (Ehefrau) und Stephan, enger freund Carls Vormittag, sonne
STEPHAN: Ich freue mich das wir die morgendliche Brise gemeinsam genießen können, es ist immer hektisch wenn wir und nur bei den offiziellen Dinner und Familien-Treffen sehen. Findest du nicht auch Petra?
DOROTHEE: Wieso habe ich mich dazu überreden lassen, ihr Trick mit dem Geschäftstermin zur Besprechung der weiteren Exit-Planning-Strategie nach der zweiten Finanzierungsrunde hätten wir doch auch in Kreuzberg im Büro..
Petra Man nimmt sich viel zu selten die Zeit, die Alster genießen. Den Wind hier am Steg. Ich muss mir mehr die Zeit dafür nehmen.
STEPHAN: Du arbeitest zwar nicht aber du kümmerst dich um zu viele Dinge, dein Mann ist doch durchaus selbständig.
CARL: Wissen Sie Dorothee, es geht gar nicht um Tricks. Ich habe das langsam verstanden es geht um den Spaß den man daran hat anderer Leute Geld auszugeben. Das ist wie in einer Ehe, der Mann geht arbeiten die Frau shopt neue Lampen für das überbeleuchtete Wohnzimmer statt ihr unterbeleuchtetes Köpfchen zu bilden. Das machen die hier auch, hier in Berlin.
DOROTHEE: Ich habe das Gefühl sie haben langsam Spaß daran?
PETRA: Ich hätte eben einen Mann wie dich finden müssen (steht auf dem wackligen Boot vor ihm, eng). Du könntest mich festhalten.
CARL: ...Ich habe zumindest keine Lust mehr daran festzuhalten. Was nützt es uns das wir alles besser wissen wenn es aber darum gar nicht mehr geht.
STEPHAN: Und wenn ich das täte, dich ganz dolle festhalten? (nimmt sie in den Arm, deutlich größer als sie, das Boot schwankt im Wind)
DOROTHEE: (Steht das Boot wackelt etwas) Na wenn es darum nicht geht, was ist es denn. Unsere Vergänglichkeit, wissen das es eh egal ist nur das wir im Gesicht älter werden...
CARL: Es ist nur Geld, Blablablabluohoo Dot Net Org Com Firma. Keiner weiß was die machen, warum wieso weshalb. Das ist wie mit kochen. Muss lange gedauert haben bis man herausfand wie ein gutes Soufflee funktioniert. Warum es das gibt weis man bis heute nicht, eine teure Luftblase auf der Speisekarte zum direkten Download in den Rachen eines Ahnungslosen. Aber, hier ist das Geld.
PETRA: Ich sehne mich nach Sicherheit, etwas zum darauf verlassen. Je neuer das Auto der Gattin, desto jünger die Geliebte des Ehemannes. Ist so das Leben? (Eine Träne, Schmacht-Blick aus Rosamunde Pilcher)
DOROTHEE: Ich liebe Soufflees. (strahlt glücklich)
STEPHAN: Komm her, ich kenne das Gefühl. Du weißt ich habe letzte Woche meinen Job verloren in der Kanzlei ein 15 Jahre jüngerer mit Harvard Studium hat gleich den Posten als Partner eingenommen. Jetzt mit 46 wird das nicht leicht für mich, schön dich zu wissen uns beide zu halten. Lass uns doch gemeinsam...
CARL: (Euphorisch den Wannsee und Dorothee anstrahlend, ruft laut) Berlin-Bett-Roulette! Berlin-Bett-Roulette! (fängt etwas an zu tanzen, Boot wackelt, Dorothee lacht)
PETRA: (starr in Stephans Arm, windet sich heraus) Ja, dann lass uns doch die eine Stunde genießen und in Ruhe segeln. Ich muss um 12h zur Pediküre, da ist die Nagelhaut etwas entzündet.
CARL: Wir müssen heute Abend meinen Freund Stephan anrufen, der aus der Kanzlei hat immer viel zu tun aber er kann die Verträge aufsetzen. Der Schuldet mir noch einen Gefallen. Und da er mir meine Frau nicht abnimmt (lacht), solle er eben das machen.
DOROTHEE: Ja, (lacht) wir nennen sie die: Berliner Soufflee-Verträge von 2007
CARL: Gehen wir das heute Abend feiern, unser Hollywood Star hat da etwas von einem Klub erzählt, Keks oder so... Er steht auf der Gästeliste. Mit ihn sollten wir gleich unseren ersten Deal abschließen, der steht da drauf...
DOROTHEE: Ich gehe Kokain kaufen. (guckt frech)
PETRA: Ich muss los zur Pediküre, der Nagelpilz... machs gut und viel Erfolg und so...
Adlon, Hotelzimmer von Dorothee 10:30 morgens Zerwühltes Bett, sie liegt nackt drin. Es sieht etwas nach einer Party aus. Die Badezimmertür steht offen, es bewegt sich jemand darin. Wer ist nicht zu sehen.
DOROTHEE: (hebt das klingelnde Zimmertelefon ab) Ja, guten Morgen?
BEA: (Die geheimnisvolle Bea ist das erste mal zu sehen. Sie steht in einer gelben Telefonzelle, wie in den 80er Jahren irgendwo in Berlin) Hallo, ist dort das Vorzimmer Dr. Koch?
DOROTHEE: Nein, da haben sie sich verwählt.
BEA: Wie schade, denn ich habe gleich einen Termin bei Dr. Koch und habe die Adresse nicht genau notiert ich hatte gehofft sie können mir weiterhelfen. Eine schöne Stimme haben sie, wirklich. Hätte sie gerne kennengelernt.
DOROTHEE: (verwirrt, irritiert) Ja, das tut mir leid ich kann ihnen nicht helfen. Dr. Koch kenne ich nicht, ich bin zu Gast in Berlin. Sie haben auf meinem Hotelzimmer im Adlon angerufen.. warum erzähle ich ihnen das eigentlich?
BEA: Ach mir erzählen immer sehr viele Menschen etwas, das ist irgendwie seltsam. Egal mit wem ich spreche. Mich kennt ja keiner, aber ich kenne die Stadt und ihre Menschen.
DOROTHEE: Sie müssen ein Buch schreiben. Diese Stadt scheint jeden zu seltsamen Geschichten zu treiben. Man tut plötzlich Dinge... (Sie schaut Richtung Bad, Carl ist jetzt darin zu sehen. Von hinten, nackt)
BEA: Darf ich sie treffen?
DOROTHEE: Ich denke ich habe sie schon getroffen. (legt auf)
Autobahn, einfahrt nach Berlin. Dort wo der kleine Bär winkt. Der Wagen ein Q7 mit Petra und Stephan aus Hamburg.
STEPHAN: Kannst du mir das Geheimnis dieser Odyssee nach Berlin eigentlich bald erklären? Ich kann dir hier auch nicht helfen. Ich bin kein Punk. Ich hatte meinen Zahnarzttermin.
PETRA: Das man keine Hilfe von einem Mann erwarten kann ist mir leider schon bekannt. Siehst du, jetzt schon wieder 300km gefahren und die rote Lampe leuchtet immer noch immer, dabei hat mit doch Carl gesagt...
STEPHAN: ...was hat er dir gesagt. Steig in dein Auto und fahre solange bis der Motor sich daran gewöhnt hat ohne Öl auszukommen? Apropos Öl, es soll regnerisch sein in Berlin. Hast du einen Regenmantel dabei?
PETRA: Meine Familie ist in der 4 Generation Hamburger, für uns regnet es nicht. Ich bin sicher das es im Adlon wenigstens so etwas wie Regenschirme gibt.
Der Konferenzraum von BloohBluu.com Mittags 11.30 Es warten die Investoren Ranji Metha, Jason Jack, dazu aus Hamburg angereist der CEO der GDCP Management Consulting AG Dr. Schneider, Carl und Dorothee. Zur Abschluss-Präsentation um eine erneute Erhöhung des Invest um 4.5 Mio EUR. Die Präsentation hält Philipp Mack, CEO. Der Konfi hat hinter der Leinwand eine Glaswand, man sieht im Hintergrund Mitarbeiter Tischtennis-Runde spielen. Die Stimmung im Konfi ist ruhig, sehr ruhig.
LENA (die Assistentin von Philipp Mack): (unsicher) Ja, weiß jetzt auch nicht so, ähm. Darf ich ihnen noch einen Tee machen – sie als Inder trinken doch gerne Tee Herr Mättha? Oder?
CARL: (versucht gefasst zu wirken in der streng gebundenen Krawatte und unter dem Blick seines Chefs Dr. Schneider) Fräulein Lena, anstatt Tee der uns beruhigen soll wünschten wir uns gerne ihren Herrn Mack, der uns begeistern soll, in diesem Raum. Es ist Montag 11.30h ich muss sie nicht erinnern das die Präsentation für 10h angesetzt war?
JASON JACK: (hat Schwierigkeiten zwischen Leinwand und dem Tischtennisspiel im Hintergrund zu fokussieren). Yes kleine Lady, where ist dieser Mack. We had a coupple of Drinks on Samstag. Dann war er gone. He means he must work on the presentation... Come on now, show us...
DR. SCHNEIDER: Carl, können Sie mir sagen was die interessantesten Kernpunkte der Präsentation sein werden. An welchen Roll-out und Dept-to-Equity-Ratios Szenarien haben Sie gearbeitet?
CARL: Also Herr Dr. Schneider, im Fokus der aktuellen Entwicklungsphase und dem Stand des Unternehmens ging es erst einmal die Innovation High-Points sowie das product market indexing.
DR. SCHNEIDER: Aha, welche Rechtsform hat die Firma?
DOROTHEE: Es handelt sich hier um eine in Delaware registrierte Inc. mit einer Seed-Finanzierung der taiwanischen Offshore Mon i Weg die mit Mitteln des Auswärtigen Amtes in Macao für Innovations- Fonds mit Geldern für osteuropäische Länder gespeist ist. Daneben werden noch Anteile von HJKL, UCF und dem Berliner Senat gehalten. Jason Jack und Ranji Metha sind Schauspieler die nur öffentlich ihren Namen geben um dem ganzen einen humanen Touch zu geben. Der Miss von Hollywood Glamour und Dritte Welt Charme.
DR. SCHNEIDER: (nickt)
CARL: (Sehr erstaunt über Dorothees Vortrag, aber Stolz fügt an) leider ist uns bei der Frage mit dem Dritte Welt Charme nicht ganz klar ob es um den Inder hier oder die Berliner Mitarbeiter geht. (Laut zu Lena) Haben Sie ihren Chef endlich erreicht. Er will weitere Millionen von uns, kommt über 1,5h zu spät. Oder muss er sich erst noch ausdenken was wir hier eigentlich finanzieren?
RANJI MATHA: (Inzwischen eingenickt beim hin und her schauen zu den Tischtennisspielern, schreckt auf) Interessant, Interessant. Haben wir alle Fragen geklärt? Was sagen Sie Herr Dr. Schneider? Ich finde ihr Mitarbeiter Herr Fischer (zwinkert zu Carl rüber) hat hervorragend gearbeitet, das tat dem Laden hier richtig gut mal etwas Druck zu spüren.
DR. SCHNEIDER: (sichtlich durcheinander, schaut auf die leere Leinwand, schaut Carl an)
MACK: Ich denke wir haben alles soweit gesehen, von meiner Seite steht dem Invest nichts im Wege, holen sie doch die jungen Entrepreneure wieder herein, die sind bestimmt gespannt auf das Ergebnis unserer Beratung. In dem Moment öffnet sich die Tür, ein abgehetzter Nerd kommt herein, es ist CEO Philipp Mack.
JASON JACK: (kann nicht an sich halten) Ey man, super super super. We believe in you. No problem with the next 6 Mio. Dollar.... But make us super rich boy!
MACK: Guten Morgen, ja die Herren und Damen sind sich schon einig...ja ich hatte mich jetzt extra beeilt und so...
CARL: (springt auf, schnappt sich seine Aktenmappe und Dorothee, klopft Mack auf die Schulter und flüstert) Sagen Sie jetzt nichts, einfach nichts.
DR. SCHNEIDER: (siegessicher, ahnungslos was hier gerade passiert ist) So meine Herren, meine Assistentin hat einen Tisch im Borchardt, das soll ja in Berlin was besonders sein, reserviert. Ich lade sie nun gerne zum Abschluss dieses tollen Geschäfts ein auf die Zukunft der (sucht an den Wänden nach dem Firmennamen)...
LENA: BloohBluu.com
DR. SCHNEIDER: anzustoßen. Das Schnitzel soll hervorragend sein. Es ist auch original aus Kalb.
METHA: Ah, das habe ich schon oft gegessen. Sehr gut.
DOROTHEE: (mit einem Blick zu Carl) und der ist Inder?
CARL: Nicht denken. Einfach raus laufen. Sonst fragt noch einer nach den Cerials-Region-Rollout-Rules.
DOROTHEE: Das wollen wir natürlich nicht. Nach dieser ausführlichen Power Point Präsentation wird man hungrig, gierig oder geil.
CARL: Das ist eine Frage des Alter, der Chef ist hungrig und ich denke wir beide sind etwas jünger als unsere Investoren Cowboys hier. Herr Dr. Schneider ich muss mich und Frau Gruber leider entschuldigen. Wir haben noch einen Anschlusstermin bei einer Studentengruppe die ein revolutionäres neues Konzept zu Mensch Ärgere dich nicht entwickelt haben. Ich denke das könnte die nächste große App sein, da darf man nicht zu spät kommen. Hier sind wir ja fertig. Ich gebe meine Stundenabrechnung Ende der Woche in die Buchhaltung. Viel Spass in Berlin, passen sie auf als verheirateter Mann ist es gefährlich hier.
DR. SCHNEIDER: Sehr gut, das nennen ich Einsatz. Übrigens verheiratet. Ihre Frau rief gestern bei mir an und erkundigte sich in welchem Hotel sie nächtigen. Sie wollte sie nicht stören aber eine Freundin in Berlin besuchen. Ich sagte Sie seien irgendwo am Ku‘damm. Da ist doch das Adlon oder?
Restaurant Borchardt 14.00h Dr. Schneider sitzt alleine an einem 6 Personen Tisch, es ist sehr voll sonst im Restaurant. Das übliche bunte Publikum unterbrochen mit Schlipsträgern die auch sehr lässig sein wollen.
KELLNER: (mit gestellt franz. Akzent) Entschuldigen Sie, erwarten Sie noch ihre weiteren Gäste? Sonst wäre es Ihnen dann recht wenn wir den großen Tisch etwas auseinander ziehen, da warten bereits andere?
DR. SCHNEIDER: Ja, das können Sie. Ich bin wohl von meinen Geschäftspartnern versetzt worden. Wir wollten einen erfolgreichen Abschluss feiern.
KELLNER: Ja, das ist typisch. Sobald die Unterschrift da ist sind sie immer weg. Berlin.
Schneider Was solls ich fahre morgen wieder nach Hamburg. Bringen sie mir bitte ein Glas Champagner. Berlin sagen sie, nicht war?
KELLNER: Ja, das alles hier ist Berlin. (und geht seufzend) Eine Dame kommt an den Tisch, attraktiv ca 42, alleinstehend oder der Ehemann ist schwul. Sie stellt sich vor:
DAME: Guten Tag, entschuldigen Sie das ich Sie so direkt anspreche. Hatten wir nicht vor zwei Tagen das Vergnügen auf der „Geld für Künstler“ Charity, richtig die Stephanie von Wangenheim hat uns vorgestellt. Ach es war ein wundervoller Abend. Bea mein Name, es sind ja immer viele Gesichter an so einem Abend. Wie geht es ihnen. Champagner zum Mittag ganz alleine?
DR. SCHNEIDER: (entsprechend verdutzt, aber typisch Mann) Sehr erfreut, ich befürchte über den Abend müssen sie mir noch etwas genauer berichten.
BEA: (lächelt) ja, es war doch wieder etwas länger und heiterer
DR. SCHNEIDER: Das vermute ich. Darf ich Sie zu einem Glas Champagner einladen?
BEA: (sitzt bereits bei den Worten „darf ich...“ an seinem Tisch) Das gefällt mir, eine Mann von Format. Sie sind kein Berliner nehme ich an, lassen sie mich raten. Hamburger?
KELLNER: Darf ich ihnen etwas bringen?
DR. SCHNEIDER: Ja ein Glas Champagner für die Dame bitte.
BEA: Dom Perigon, den 1992er Rosé bitte. (lächelt keck und breit Dr. Schneider an)
KELLNER: Verzeihung, den haben wir nur als Flasche, nicht offen.
BEA: (enttäuschter Blick zu Schneider) Oh,
DR. SCHNEIDER: Das geht in Ordnung. Bringen wir nehmen die Flasche.
BEA: (greift nach seiner Hand) Erzählen Sie mir, was machen Sie in Hamburg, sind sie Kunstsammler? Ich habe gehört das die fast 400 Gäste fast 15.000 EUR gespendet haben...
Vorfahrt am Adlon, check in, Fahrstuhl 21.30h Petra und Stephan fahren am Hotel vor.
PETRA: Was für eine Odyssee. Kann es sein das wir trotz Navigation fast 2h durch die Stadt gekurvt sind? Was ist denn hier los, sogar das Tor da drüben (zeigt auf Brandenburger Tor) ist geschlossen. Ich dachte die haben hier sowas renoviert. (zickt den Doormen an) Passen Sie bitte auf mein Gepäck auf, ich möchte meine Koffer nicht au feinem Trödelmarkt wiederfinden. Wo wird meine Wagen geparkt, ist das sicher? Mein Mann wohnt hier auch im Haus, er hat einen Porsche. Kennen Sie meinen Mann? Groß, blond...
DOROTHEE: Ja sicher Madame. Ein sehr netter Mann. Es gibt ja kaum Porsche in Berlin, gerade hier im Osten. (um das Hotel und gegenüber stehen nur S-Klasse, 7er und Bentleys herum)
Concierge Guten Abend Frau Fischer, herzlich willkommen im Hotel Adlon ich hoffe sie hatten eine angenehme Anreise. Sie sind mit dem Wagen in Berlin? Ein nicht immer einfaches Unterfangen. Ihr Zimmer wird ihnen aber alle...
PETRA: (Unterbricht) Wieso Ihr Zimmer? Es heißt ja wohl Ihre Zimmer
Concierge: Verzeihung, hier steht Frau Fischer auf der Anmeldung
PETRA: Ja und Herr Stephan Matthiesen. Zwei Zimmer, also heißt es Ihre Zimmer.
Concierge (Erleichtert keinen Fehler gemacht zu haben) Ah, selbstverständlich. Ich hatte kurz befürchtet uns sei ein Fehler im Titel unterlaufen. So ich schaue mal eben schnell nach dem zweiten Zimmer. (sucht) Es tut mir leid, aber ihre Buchung ist eindeutig ein Doppelzimmer. Von Herrn Matthiesen persönlich an uns per Fax gesendet. Sehen Sie.
PETRA: (schaut Stephan genervt an, ob seiner plumpen art ein Doppelzimmer gebucht zu haben) Stephan du weißt das Carl immer noch mein Ehemann ist. Wie verrückt sind wir denn? Wir sollten zwei Zimmer nehmen, schnell...
STEPHAN: Es ist Zeit zueinander zu stehen. Du und Carl müssen einsehen das eure Ehe nicht funktioniert. Er engt dich ein, du kannst nicht arbeiten, dich verwirklichen, auf eigenen Füßen stehen.
PETRA: Wie kommst du darauf, dass ich all das will, klingt anstrengend.
Concierge Darf ich ihnen einen Vorschlag machen, Berlin ist nicht bekannt als die Stadt der Liebe aber die der Versöhnung. Die Mauer ist gefallen, die jüdische Gemeinde kauft Mitte und besonders unsere Bars schaffen Frieden oder einen guten Schlaf. Das Haus Adlon darf Sie auf einen Drink einladen, dort klären sie nicht nur ihre Zimmerfrage. (zeigt zur Bar auf der anderen Seite)
Metha und Jason Jack im Hotel Fahrstuhl 23.00h Die beiden Geschäftsleute sind in Begleitung von je einer Dame, Modell Begleitservice bis ehr günstige Hure
Girl 1: Hey ihr wohnt aber total chic. Ick war noch nie hier drinne, kenn ick nur aus dem Fernsehen die Serie. Ihr seit ja richtig scharfe Jungs.
Girl 2: (sagt nichts, ist nur am fummeln an Jason Jack)
METHA: Wir haben was zu feiern, ganz einfach. Keine weitere Diskussion, keine komplizierte Geschichte. Champagner und ficken.
Jason Jack: Das hast du right gesagt, der ganze Tag to much words and presentation all about nothing was jemand interessiert. Fuck. (die Fahrstuhltür geht auf zum Gang, die vier verschwinden in einem Zimmer)
Außenaufnahme Adlon, ein Stockwerk mit beleuchteten zimmern 24.00h Die Glocken der Kirche Leuten zur Mitternacht. Unten liegt die Straße. Die Kamera zoomt auf das erste leuchtende Fenster.
Zimmer von Carl und Dorothee (Das Zimmer ist leer. Das Licht ist an. Aber das Bett unberührt. Keiner da. Im Off hört man aber)
DOROTHEE: Wie viele Menschen leben hier?
CARL: Knapp 4Mio plus Gäste, wie wir.
DOROTHEE: Denkst du das davon viele gerade verliebt sind und nicht schlafen können?
Kamerafahrt zum nächsten zimmer. dr. Schneider und Bea (Schneider und Bea torkeln in das Zimmer, hacke breit, fallen um und stoßen Sachen vom Tisch, Blumenstrass fällt runter)
CARL: Es gibt immer viele Gründe
DOROTHEE: Glaubst du an Zufälle, an Dinge die passieren ohne Grund?
Kamerafahrt zum nächsten zimmer. Petra und Stephan (Petra in einer art Jogginganzug, Stephan versucht auf dem kleinen Sofa sich ein Nachtlager zu bauen)
CARL: Ich glaube mittlerweile an Dinge ohne Grund. Ich habe in den letzten drei Wochen gelernt. Das Konzept von Aktion und Reaktion ist endgültig aufgehoben.
DOROTHEE: Wie die Schwerkraft.
Kamerafahrt zum nächsten zimmer. Jason und metha (ficken ihre Girls in abenteuerlichen Positionen)
CARL: Schau dir die Leuchtreklame an. (die beiden jetzt im Bild, sitzen gegenüber auf dem Dach, dort wo die alte Interflug Reklame steht) Siehst du was da steht?
DOROTHEE: (zu sehen ist der Schriftzug Interflug) Da steht BloohBluu.com
CARL: Siehst du. Vergangenheit und keine Zukunft.
Alle zimmer in einer reihe sind im bild. Dr. Schneider betrunken mit Bea Petra und Stephan schlafen getrennt Jason und Metha ficken Nutten Carls und Dorothees Zimmer ist weiterhin leer
Zoom out, über Stadt. Es spielt: „ It‘s a jungle out there“ Randy Newman
Ende
Prolog 1: Bea outete sich zwei Jahre später als Autorin eines Flirt Ratgeber Webblogs und hatte sehr gut Notizbücher in Einzelauflagen verkauft. Dr. Schneider hatte sogar eine mit Fotos Illustrierte Ausgabe erhalten. Die BloohBluu.com wurde 2009, zwei Jahre nach Gründung für 1,5 MRD Dollar an eine Mongolisch, Kenianische Investorengruppe die mit Sperrkonten in der Schweiz bezahlt haben. Petra lebt in Hamburg und hat bei der suche nach einem Parkplatz am Isemarkt eine Minifahrerin aus Berlin fast überrollt. Jason Jack und Ranji Metha haben eine Supporting Roll in einem Bollywood Film angenommen der in Berlin gedreht wird.
Dorothee und Carl. Hat einen App Programmierer in Tschechien gefunden. Berlin Bett Roulette wurde ein riesen Hit. 2013 wurde daraus ein Kinofilm, der Autor hat versucht rein fiktive Geschichten zu erzählen. Café Altes Europa, 2013 ca 23h Der Autor und Bea sitzen zusammen auf der Bank vor der Tür und trinken Wein. Passanten gehen vorbei und Grüßen dezent, nicken nur. Kurzes Hallo.
BEA: Hast du eigentlich mal in diese Dot Com Firmen investiert?
Autor Nein, das ist ja das Problem. Ich sitze hier schon zu lange um das alles ernst zu nehmen.
BEA: Das ist wahr.
Autor Das ist alles wahr, wer hier lebt muss nicht kreativ sein. Cheers.
Prolog 2 Der Strand vom Anfang, Die Kokosnuss die herunterfällt, landet direkt zwischen Dorothee und Carl, die beiden lassen sich in den Sand fallen. Man sieht ihre Beine und Füße aus der Kopfperspektive. Die Nuss zwischen ihnen und dann zeigen sie der Nuss je ihren Fuck-Finger.
PS: Jetzt im i tunes store die app von BloohBluu.com PPS: Berlin Bett Roulette wurde von Apple nie freigeben wegen verdacht auf Förderung der Prostitution. Jede Erklärung das es sich um ganz normale Berliner handelt wurden nicht geglaubt.